Seit 2015 verwertet Pouliquen die organischen Abfälle, die bei der Verpackung von Schalotten und Zwiebeln anfallen. Die Zwiebelschalen und die beschädigten, für den Verzehr ungeeigneten Lauchgewächse, d. h. mehr als zwanzig Tonnen Bioabfall pro Monat, werden als Substrat für die Biogasproduktion durch Vergärung verwendet.
Heute nehmen wir Sie mit auf Erkundung in die Gemeinde Lanhouarneau, etwa 20 km vom Firmensitz entfernt, und zwar auf die Anlage von Landwirt und Biomethanproduzent Paul Le Fur, einem der Partner von Pouliquen.
Die Verwertung organischer Abfälle – eine gut eingespielte Organisation
Jeden Tag fällt bei der Verpackung von Schalotten und Zwiebeln etwa eine Tonne organischer Abfall an, das sind mehr als zwanzig Tonnen pro Monat. Seit 2015 sind bei Pouliquen Schalen und beschädigte Lauchgewächse (Allium) nicht länger Abfall, mit dem man nichts anzufangen weiß, sondern ein wertvoller Rohstoff, der die Produktion von Biomethan ermöglicht.
Um die Wiederverwertung dieser Abfälle zu gewährleisten, wurde im Außenbereich ein landwirtschaftlicher Anhänger aufgestellt. Das über der Produktionslinie installierte Saugsystem leitet alle angesaugten Materialien direkt in diesen Anhänger. Auch die nicht für den Verzehr geeigneten Zwiebelknollen werden dort gesammelt.
Die Methanisierung – eine geschickte Materialmischung
Als wir auf dem Betrieb ankommen, entdecken wir in Stallnähe zwei große Kuppeln. Darunter werden die organischen Abfälle in Biogas umgewandelt. Mehrmals täglich wird der Biogasanlage Material zugeführt: Gülle, Rinder- und Geflügelmist, Pflanzenabfälle… Das Biogas wird genau überwacht. Co2, CH4, O2, Wasserstoff … Mehrmals täglich werden Analysen durchgeführt, um festzustellen, welche Elemente hinzugefügt werden müssen, um die Produktion von Biomethan zu gewährleisten, aber auch um eine Verschmutzung des Motors zu vermeiden. Der aktuelle Motor produziert im Durchschnitt 2400 kWh pro Tag.
Gasproduktion, Energieeinsparung und Anbaudiversifizierung
Auf seinem Betrieb, den er gemeinsam mit seinem Bruder Julien und seiner Schwägerin Annie Prigent bewirtschaftet, hat Paul Le Fur die Aktivitäten diversifiziert. Auf dem Hof gibt es heute 125 Milchkühe, 80 Färsen und eine Zucht von 1 000 Masthähnchen, die für den französischen Markt bestimmt sind. Die 135 Hektar Land werden zum größten Teil für den Anbau von Kulturen für die Tierernährung genutzt. Alle bei diesen Aktivitäten anfallenden Abfälle gelangen in den Methanisierungszyklus und werden auf diese Weise verwertet.
“Das Wichtigste bei der Methanisierung ist der Fermenter. Er ermöglicht es uns, Gas zu erzeugen, aber er liefert uns auch Wärme, mit der wir Häuser und Ställe heizen können. Im Sommer trocknet er außerdem das Heu für die Tiere, so dass wir qualitativ besseres Futter als zuvor erhalten.”
Die Installation einer Biogasanlage hat es diesen Landwirten ermöglicht, ihren Anbau zu variieren und insbesondere Luzerneheu in das Futter ihrer Rinder aufzunehmen. Das feuchte Klima im Finistère erschwert die Produktion dieses Futters, das aus nährstofftechnischer Sicht jedoch sehr interessant ist. Mithilfe der Wärme aus dem Fermenter kann das Heu nun getrocknet werden, wodurch das Problem gelöst und gleichzeitig ein Mehrwert bei der Ernährung der Kühe geschaffen wird.
Die Verwertung organischer Abfälle zur Bewältigung der Herausforderungen in den Bereichen Energie und Umwelt
Nicht alles organische Material, das in die Biogasanlage eingebracht wird, wird in Gas umgewandelt. Aus den Resten des Methanisierungszyklus ergibt sich eine flüssige Substanz, der Gärrest, der wie Kompost zur Düngung der Felder verwendet wird. Der im Gärrest enthaltene Ammoniumstickstoff reduziert den Düngerverbrauch je nach Jahr um 30 bis 50 %.
Diversifizierung der Tätigkeiten, die zusätzliches Einkommen generiert, Schaffung von Mehrwert beim Rinderfutter, Energieeinsparung, reduzierter Einkauf von Düngemitteln…
“Nichts geht verloren, nichts wird geschaffen, alles verwandelt sich”. Seit nun schon über 7 Jahren nimmt Pouliquen an dieser Umwandlung teil, indem die organischen Abfälle aus der Firmentätigkeit der Verpackung von Schalotten und Zwiebeln verwertet werden. Ein Engagement, das zum SVU-Konzept des Unternehmens gehört.
Wir setzen die Vorstellung der Pouliquen-Crew mit derjenigen ihres Kapitäns Gérard Quillévéré fort, der seit 2018 Co-Leiter des Unternehmens ist. Seit diesem Zeitpunkt hat er die Unternehmensleitung sowie operative Aufgaben übernommen, insbesondere im Vertrieb. Als Spezialist für Deutschland und Italien ist er das Bindeglied zwischen Süd- und Nordeuropa.
Als Sohn eines hiesigen Gemüseerzeugers ist er ein waschechter Bretone und noch dazu Marathonläufer – hier folgt das Porträt des Direktors.
Der Handel mit frischem Gemüse – “eine logische Fortsetzung”
Gérard wuchs in Lanhouarneau auf dem Familienbetrieb auf, nur wenige Kilometer vom Firmensitz Pouliquen entfernt. Sein Vater war Gemüse-Erzeuger und baute Pflanzkartoffeln an. Er war außerdem Mitglied der SICA, der Genossenschaft Prince de Bretagne im Finistère. Wenn Gérard auch den Familienbetrieb nicht übernehmen wollte, blieb er trotzdem im Agrarsektor. Nach dem Studienabschluss mit einem BTS im internationalen Handel ergänzte er seine Ausbildung noch mit einer einjährigen Spezialisierung im Verkauf von Obst und Gemüse und trat 1994 in die Demex-Gruppe in Nordfrankreich ein. Dort arbeitete er für Gemüse-Genossenschaften, die ihre Produkte unter der Marke “Perle du Nord” verkauften. Von 1999 bis 2002 setzte er sich für die Gründung des Unternehmens Prymex ein, das auf den Handel mit Chicorée spezialisiert war. Im Jahr 2002 kehrte er ins Finistère zurück, nachdem er zusammen mit Christophe Desmestre, dem Leiter der Demex-Gruppe, das Unternehmen Pouliquen gekauft hatte.
20 Jahre bei Pouliquen
Gérard Quillévéré leitet das Unternehmen Pouliquen nun schon seit über 20 Jahren. Bei der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2002 hielt er 5 % der Anteile und fungierte als Geschäftsleiter. Der Jahresumsatz des 1917 gegründeten Unternehmens betrug damals 3 Millionen Euro. Gérard ermöglichte dem Unternehmen ein starkes Wachstum, insbesondere indem es offizieller Vertriebspartner von Prince de Bretagne wurde und so den Handel mit Frischgemüse ausbaute, und zwar zusätzlich zu Schalotten und Zwiebeln, dem historischen Geschäftsbereich von Pouliquen.
2018 kaufte er zusammen mit Pascal Jouen, der seit 30 Jahren Kunde des Unternehmens im Fernhandelsgeschäft ist, der Demex-Gruppe sämtliche Anteile der Firma ab. Neben Unternehmens- und Personalleitung kümmert sich Gérard in Zusammenarbeit mit Stéphanie Della Schiava, Vertriebsmitarbeiterin für Südeuropa, auch um die Leitung des Einkaufs, insbesondere für Italien, einen der wichtigsten Märkte, der in den letzten Jahren entwickelt wurde.
Das Unternehmen Pouliquen beschäftigt heute 27 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 21 Millionen Euro.
Prince de Bretagne: Garantie des Absatzvolumens und Unterstützung der Gegend
“Mein Vater war Erzeuger für die SICA, ich bin da geradezu hineingewachsen. Es war einfach eine logische Fortsetzung.”
Aber diese “logische Fortsetzung” stützt sich auch auf greifbare Fakten.
“Prince de Bretagne bietet uns eine Masse an Produkten, fast unbegrenzte Mengen. Die Genossenschaften ermöglichen es uns außerdem, die gesamte vorhandene logistische Infrastruktur zu nutzen.”
Gérard Quillévéré ist eng mit der Bretagne verbunden und ein starker Fürsprecher für seine Gegend. Prince de Bretagne-Händler zu sein bedeutet für Gérard Quillévéré deshalb auch, die lokalen Erzeuger und ihr Know-how zu verteidigen. Im Herzen des bretonischen Gemüseanbaugebiets angesiedelt zu sein, bietet die Möglichkeit, engere Beziehungen zu den Erzeugern aufzubauen und vor Ort zu sein, um den Kunden zu jeder Jahreszeit eine optimale Produktqualität zu sichern.
Seine Vision von den Dingen? Ausdauernd sein!
Ein Unternehmen zu führen und weiterzuentwickeln kann mit Langstreckenlauf verglichen werden, daher trainiert Gérard auch in seiner Freizeit weiter und arbeitet an seiner Ausdauer. Im Winter fährt er Ski, bei schönem Wetter segelt und das ganze Jahr über joggt er. Er hat bereits 14 Marathonläufe erfolgreich hinter sich gebracht und hat vor, noch einige weitere zu laufen!

Nach der Verleihung des IFS im Jahr 2018 hat Pouliquen vor einigen Wochen das Label PME+ [deutsch: KMU] erhalten. Dieses in ganz Frankreich anerkannte Label zeichnet unabhängige französische Unternehmen von überschaubarer Größe aus, die ethische und verantwortungsvolle Praktiken anwenden. Es ist für uns eine Anerkennung unseres sehr starken Willens, die Qualität und die Verfahren zu verbessern, sowie der in diesem Sinne durchgeführten Maßnahmen. Pouliquen ist in Frankreich das 192. Unternehmen, das dieses Label erhalten hat.
Durch diese „PME+“-Zertifizierung des Unternehmens werden dessen Aktionen im Rahmen seiner SVU-Politik anerkannt: verantwortungsbewusste Beschaffung bei lokalen Produzenten, Entwicklung eines Bio-Sortiments, Lebensmittelspenden an Vereine, Wiederverwertung von Abfällen, Entwicklung einer neuen kompostierbaren Verpackung…
Förderung eines verantwortungsvollen Einkaufs
Durch unsere Einkaufspolitik mit Prince de Bretagne-Erzeugern können wir insbesondere mit unabhängigen Familienbetrieben zusammenarbeiten und frischem saisonalen Gemüse den Vorzug geben, das von ökologisch verantwortungsbewussten Gemüsebauern angebaut wird, sowohl in Bio- als auch in konventionellen Sorten.
Alle unsere Erzeuger und Lieferanten sind in einem Umkreis von 100 km angesiedelt. Wir arbeiten mit alteingesessenen Erzeugern zusammen, die, was die Gesamtheit der Schalotten und Zwiebeln betrifft, alle Prince de Bretagne-Mitglieder sind. Für unsere Primärverpackungen, Etiketten und Verpackungskartons greifen wir ebenfalls auf lokale Unternehmen zurück, von denen einige weniger als einen Kilometer von unserem Unternehmenssitz entfernt sind.
Pouliquen setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft ein
Seit mehreren Jahren bieten wir eine Produktreihe von Biogemüse an, die wir in Partnerschaft mit den von Ecocert zertifizierten Prince de Bretagne-Erzeugern herstellen. Eine spezielle Produktionslinie für dieses Bio-Sortiment wurde geschaffen, um den geltenden Vorschriften zu entsprechen. Eine 500 m² große Erweiterung für die Verpackung der Bio-Lauchgewächse (Allium) wurde 2020 gebaut und anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Unternehmens am 2. Juli dieses Jahres eingeweiht. Der Betrieb wird dort im Laufe des zweiten Halbjahrs 2022 aufgenommen.
Soziales Engagement und Solidarität
Seit über eineinhalb Jahren spendet Pouliquen regelmäßig Lebensmittel an die „Restos du Coeur“. Jeden Monat werden etwa zwölf Tonnen Schalotten und Rosa Zwiebeln aus der Bretagne an das Spendenlager in Vannes (56) geliefert. Dies entspricht etwa 24.000 Einheiten für die Empfänger.
Begrenzung unserer CO2-Emissionen
Fast alle unsere organischen Abfälle werden durch Methanisierung mit einem lokalen Produzenten verwertet. Wir setzen uns außerdem für Telearbeit und Fahrgemeinschaften ein. Wir begrenzen auch unsere Straßenfahrten, da die Aktivität des Gemüsehandels an einem einzigen Standort zentralisiert ist.
Der SVU-Ansatz von Pouliquen ist aktuell stark mit unserer Innovationsfähigkeit verbunden. Zum Beispiel verwendet unser Sortiment “Côté Marché” (das bei LIDL vertrieben wird) seit einigen Monaten Verpackungen, die aus kompostierbaren Netzen bestehen.
“Unser Ziel ist es, die Bretagne in Frankreich, Europa und sogar darüber hinaus bekannt zu machen. Unser SVU-Vorgehen ermöglicht es uns schon jetzt und erst recht in der Zukunft, unsere Region, ihre Akteure und ihr Know-how zur Geltung zu bringen. Die Verleihung des „PME+“-Labels ist für uns ein schönes Zeichen der Anerkennung.”
Gérard Quillévéré, Geschäftsleiter der SAS Pouliquen

Florian Le Saint, ein großer, dunkelhaariger Mann in den Dreißigern, empfängt uns frühmorgens auf seinem Betrieb in Plouzévédé, nur wenige Kilometer vom Hauptsitz von Pouliquen entfernt. Hier baut er auf knapp 100 Hektar, die Wiesen und verschiedenen Wasserstellen umfassen, fast ein Dutzend Gemüsesorten biologisch an.
Es ist Mitte Juli, die Schalotten-Ernte ist abgeschlossen, die Pflanzung von Kohl und Brokkoli ist in vollem Gange.
Im Jahr 2016 übernahm Florian, der selbst Sohn von Landwirten ist, den Betrieb eines benachbarten Erzeugers, der in den Ruhestand ging. Heute hat er vier Vollzeitbeschäftigte, darunter seine Mutter, sowie Teams von Saisonarbeitern, die ihn beim Pflanzen und Ernten unterstützen.
Die Bio-Schalotte: 100 % „Molène“
Florian baut nur die „Molène“ an, eine Sorte, die von der bretonischen Organisation für Sortenauswahl und Saatgutproduktion (OBS) entwickelt wurde. Diese Sorte wurde gezüchtet, um den Anbau von Schalotten im Bioanbau und damit ohne Pflanzenschutzmittel zu ermöglichen. Sie ist insbesondere resistent gegen Mehltau, Oberbegriff für eine Reihe von Pilzkrankheiten, die schwere Schäden an den Pflanzen verursachen können. Mit dieser Sorte können 15 Tonnen Schalotten pro Hektar geerntet werden, ein interessanter Ertrag für den ökologischen Landbau.
Der Anbau traditioneller Bio-Schalotten ist sehr arbeits- und materialintensiv, insbesondere bei der Unkrautbekämpfung, die von Hand erfolgt.
“Man muss mit 250 Arbeitsstunden pro Hektar rechnen, das sind 3000 Stunden für den gesamten Betrieb. Dieses Jahr hat uns allein das Jäten der 12,5 Hektar bepflanzter Flächen 625 Stunden gekostet.”
Florian Le Saint, Erzeuger von Bio-Schalotten.
Der Anbau von traditionellen Schalotten im Bioanbau: eine in technischer Hinsicht subtile Vorgehensweise
Im Bioanbau werden die Schalotten in der ersten Februarhälfte gepflanzt. Das in die Pflanzplane gebohrte Loch wird an das Kaliber der Zwiebel angepasst, um das Wachstum von Unkraut um die Schalotte herum zu verhindern. Diese besondere Aufmerksamkeit beim Pflanzen ermöglicht es später, den Zeitaufwand für das Jäten in Grenzen zu halten.
Zusätzlich zur manuellen Unkrautbekämpfung muss man zwischen den Allium-Reihen drei bis vier Mal den Boden durch Hacken auflockern. Dieses Hacken erfolgt Pflanzabschnitt nach Pflanzabschnitt, d. h. Reihe für Reihe.
Das Roden wird je nach Jahr und Wetterlage Ende Juni oder Anfang Juli vorgenommen. Die Schalotten werden anschließend etwa zehn Tage lang auf dem Feld getrocknet.
“So lange dauert es, bis der Saft wieder in die Knolle zurückfließt. Die Trocknung gelingt auf dem Feld weit besser als im Kühlraum”.
Zwei bis drei Wochen nach der Ernte werden die Schalotten einer Thermotherapie unterzogen. Sie werden sieben Tage lang bei 30 bis 35°C gelagert. Ab dem 1. Oktober werden die Kühlräume dann auf null Grad heruntergefahren. Dies ist eine Besonderheit der traditionellen Bio-Schalotten.
Vom Vater auf den Sohn übergegangenes Umweltbewusstsein
Florians Vater hat 1996 auf Bio umgestellt. Er gehört zu den ersten Erzeugern, die die Bio-Sektion der SICA gründeten, ein regionaler bretonischer Zusammenschluss, der damals mit Mitgliedern aus anderen Departements aufgebaut wurde. Im Laufe der Jahre stellte Florian fest, dass es möglich war, mit Biogemüse qualitativ hochwertiges Gemüse zu produzieren und gute Erträge zu erzielen. Als er sich niederließ, stellte sich die Frage nach der Art des Anbaus nicht einmal mehr. Für seinen Betrieb kam außer Bio-Landwirtschaft nichts anderes in Frage.
“Die Erde ist in vielerlei Hinsicht bedroht, und jeden Tag, wenn ich zur Arbeit gehe, habe ich das Gefühl, dass ich etwas für ihren Fortbestand tue. Ich denke, dass diese Art der Produktion nachhaltiger ist”.
Wie jeder Bio-Betrieb verwendet Florian keine Mineraldünger oder Pflanzenschutzmittel. Florian ist Absolvent der französischen landwirtschaftlichen Technikerausbildung BTS mit dem Schwerpunkt „Analyse, Führung und Strategie des landwirtschaftlichen Betriebs“ und interessiert sich stark für Agronomie und Bodenbearbeitung.
“Wir nähren unseren Boden, der wiederum die Pflanze ernährt. Auf unseren Parzellen gibt es eine hohe Fruchtfolge. Wir bauen dort etwa zehn verschiedene Gemüsesorten an, ohne die Zwischenbegrünung zu zählen. In meiner Karriere werde ich zum Beispiel nur vier- bis fünfmal Schalotten auf derselben Parzelle sehen”.
Auf dem 100 Hektar großen Betrieb gibt es auch Dauergrünland und Teiche, die für die Erhaltung der Artenvielfalt sorgen.
Florian Le Saint engagiert sich nicht nur auf seinem Betrieb. Er ist auch die Bezugsperson für Schalotten der SICA, in der Genossenschaft Prince de Bretagne. Mit 31 Jahren hat er vor, die ökologische Landwirtschaft noch viele Jahre lang zu fördern und aufzuwerten.

Seit 100 Jahren vermarktet das Unternehmen Pouliquen Allium-Produkte und frisches Gemüse aus der Nord-Bretagne. Am vergangenen Samstag, dem 2. Juli, feierte das Unternehmen dieses Jubiläum mit einer Veranstaltung, an der mehr als 300 Personen (Beschäftigte, Partner und Kunden) teilnahmen. Diese Veranstaltung bot auch die Gelegenheit, (endlich) das 2020 erbaute 500 m² große Gebäude einzuweihen, das vollständig der Entwicklung des Geschäftsbereichs „Verpackung und Handel mit Bio-Allium“ gewidmet ist. Schließlich bot dieses Treffen Pouliquen die Gelegenheit, allen Anwesenden den Erhalt des französischen SVU-Labels PME+ bekannt zu geben.
Kunden in mehr als 20 Ländern
1917 gründete Roger Pouliquen das Unternehmen unter seinem Namen 20 km vom heutigen Firmensitz entfernt in der Gemeinde Plounéour-Trez (29). Im Alter von 15 Jahren begann er dort das Geschäft mit dem Verkauf von Kartoffeln. Anfang der 1930er Jahre verlagerte sich die Tätigkeit des Unternehmens auf den Handel mit Knoblauch und Zwiebeln. Die Schalotte kam um 1975 in den Katalog und wurde nach und nach zum Star des Pouliquen-Sortiments.
Im Jahr 2021 vermarktete das Unternehmen mit nun 25 und bald schon 28 Mitarbeitern fast 11.000 Tonnen Schalotten und Zwiebeln und weitere 11.000 Tonnen Frischgemüse (Kohl, Blumenkohl, Brokkoli, Artischocken, Karotten, Tomaten, Kürbisse…).
Ausbau der Bio-Geschäftstätigkeit
Es ist ein starkes Bestreben des Unternehmens, das Bio-Geschäft auszubauen. Zu diesem Zweck wurde 2020 eine 500 m² große Erweiterung gebaut, die der Verpackung von Bio-Allium-Produkten gewidmet ist und jetzt gerade am 2. Juli eingeweiht wurde. Die Geschäftstätigkeit wird dort vor Ende des Jahres 2022 aufgenommen.
„Unsere zukünftigen Projekte ergeben sich durch unseren Willen, bei unserer Weiterentwicklung die Beziehungen mit unseren lokalen Partnern, Lieferanten und Spediteuren zu wahren und zu starken. Auch unser Engagement auf SVU-Ebene muss im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, einen Tätigkeitsbereich Bio-Verpackung zu entwickeln, der zu unserer derzeitigen Tätigkeit dazukommt. Bio-Produkte dürfen für die Verbraucher nicht unzugänglich sein, darauf müssen wir achten. Es ist genauso wichtig, Bio-Erzeuger in ihrer Entwicklung zu begleiten, wie es bei Erzeugern in konventioneller Landwirtschaft der Fall ist.”
Gérard Quillévéré, Mitgeschäftsführer von Pouliquen.
Soziale Verantwortung (SVU) im Zentrum der Unternehmensstrategie
Seit jeher achtet Firmenleiter Gérard Quillévéré auf das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter. So wurden sowohl in den Betriebsbereichen, insbesondere durch die Installation von Automatisierungssystemen, als auch in den Büros durch geschickte Raumplanung verschiedene Verbesserungen vorgenommen. Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens findet ihren Ausdruck weiterhin in verschiedenen Verpflichtungen. Diese betreffen zunächst den Umweltschutz: Pouliquen verwertet 95 % seiner organischen Abfälle dank einer Partnerschaft mit einem lokalen Erzeuger, der eine Biogas-Aktivität entwickelt hat. Es wurden auch Maßnahmen zur Reduzierung von Plastikmüll eingeführt, die seit Dezember 2021 zu einer Einsparung von 10 Tonnen Müll geführt haben. Schließlich engagiert sich Pouliquen für verschiedene soziale Organisationen, darunter die „Restos du Coeur“, an die jeden Monat durchschnittlich ein Dutzend Tonnen Schalotten und Rosa Zwiebeln aus der Bretagne in das Spendenlager in Vannes (56) geliefert werden. Dies entspricht etwa 24.000 Einheiten für die Empfänger.
Dank all dieser Maßnahmen konnte Pouliquen als 191. Unternehmen mit dem französischen Label PME+ [deutsch: KMU] ausgezeichnet werden. Dieses Label, das in ganz Frankreich anerkannt ist, steht für unabhängige französische Unternehmen in überschaubarer Größe, die ethische und verantwortungsvolle Praktiken anwenden.
Neue Einstellungen
Seit der Übernahme des Unternehmens durch Gérard Quillévéré und Pascal Jaouen im Jahr 2002 wächst die Geschäftstätigkeit stetig. Der Umsatz von Pouliquen hat sich seit dieser Übernahme verzehnfacht. Im Sinne dieser Entwicklungslogik und um über Mittel für die Entwicklung der Bio-Geschäftstätigkeit zu verfügen, werden bis September dieses Jahres drei neue Vertriebsmitarbeiter ins Unternehmen eintreten, wodurch die Zahl der Beschäftigten in der Firma auf 28 ansteigt.






Seit über anderthalb Jahren unterstützt Pouliquen die französische Hilfsorganisation „Les Restos du Coeur“ durch das regelmäßige Spenden von Allium-Produkten. Im Durchschnitt werden so jeden Monat etwa zwölf Tonnen Schalotten und Rosa Zwiebeln aus der Bretagne in das Spendenlager in Vannes (56) geliefert. Dies entspricht etwa 24.000 Einheiten für die Empfänger. Diese Aktion ist Teil der SVU-Initiative bei Pouliquen und soll langfristig weitergeführt werden.
Die „Restos du Coeur“, mehr als 35 Jahre Solidarität
Die „Restos du Coeur“ wurden 1985 von dem berühmten französischen Komiker und großen Humanisten Coluche gegründet und sind ein gemeinnütziger Verein nach dem französischen Gesetz von 1901. Ziel dieses Vereins ist es, “bedürftigen Personen zu helfen und ihnen ehrenamtlich Unterstützung zu gewähren, insbesondere im Bereich der Ernährung durch den Zugang zu kostenlosen Mahlzeiten und durch die Teilnahme an ihrer sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung sowie an allen Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut in all ihren Formen”.
Die „Restos du Coeur“ in Zahlen::
— 1,2 Millionen Menschen werden unterstützt, davon 850.000 während der Winterkampagne
– 70.000 ehrenamtliche Helfer
– 1.923 Zentren und Antennen
– 142 Millionen ausgewogene Mahlzeiten* wurden in der letzten Kampagne (2020-2021) verteilt
– 59.000 Babys unter 18 Monaten wurden im letzten Jahr über die 70 “Restos Bébé du Coeur” unterstützt.
“Unternehmen haben eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung. Wenn es einem Unternehmen gut geht, ist es meiner Meinung nach seine Pflicht zu helfen. Diese Partnerschaft zwischen Pouliquen und den „Restos du Coeur“ ist für uns eine Gelegenheit, Solidarität zu zeigen.”
Gérard Quillévéré, Geschäftsführer von Pouliquen
“40% der von den „Restos du Coeur“ unterstützten Personen waren Minderjährige”
“Heute ist der schlimmste Nahrungsmangel fast verschwunden, aber die Facetten der Prekarität sind vielfältiger geworden: Im letzten Jahr waren 40% der von den „Restos du Coeur“ unterstützten Personen Minderjährige und jeder zweite war jünger als 25 Jahre.
Um der Vielfalt der Bedürfnisse und der unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden, verdoppeln die „Restos“ ihre Anstrengungen, um ihre Hilfsaktionen das ganze Jahr über durchführen zu können. Die Nahrungsmittelhilfe stellt eine Nothilfe dar, ist aber vor allem ein bevorzugter Kontaktpunkt, um eine Begleitung auf dem Weg hin zur Selbstständigkeit zu ermöglichen. Das Vertrauensverhältnis, das während der Aufnahme aufgebaut wird, und das Engagement der Ehrenamtlichen, den Personen konkret helfen zu wollen, ermöglicht es, Wege zur sozialen Wiedereingliederung anzubieten: Eingliederungswerkstätten und -gärten, Schlafplätze in Notunterkünften, mobile und feste Ausgabenstellen von warme Mahlzeiten, „Restos Bébés du Coeur“, Urlaubsreisen, Nachhilfeunterricht und Workshops zur Bekämpfung von Analphabetismus, Informatik-Einführungskurse, Budgetberatung, Zugang zu Justiz und Rechten, Unterstützung bei der Arbeitssuche und persönliche Mikrokredite…”. **
Letzte Woche wurden 30.000 Schalotten- und Rosa Zwiebel-Netze an die „Restos du Coeur“ verschickt. Das Unternehmen Pouliquen wird sein Engagement an der Seite dieser Organisation fortsetzen, solange es dazu in der Lage ist. Diese Aktion ist ein integraler Bestandteil des SVU-Konzepts unseres Unternehmens.
* Gleichwert in Mahlzeiten umgerechnet
** Quelle: www.restosducoeur.org
Was ist der IFS Food?
“Der IFS Food ist ein von der GFSI (Global Food Safety Initiative) anerkannter Standard für die Prüfung der Qualität und Sicherheit von Prozessen und Produkten in Unternehmen der Lebensmittelindustrie. Er gilt für Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten oder nackte Produkte verpacken.
Der IFS Food wird angewendet, wenn Produkte “verarbeitet” werden oder wenn die Gefahr besteht, dass die Produkte bei der Primärverpackung kontaminiert werden. Der IFS Food-Standard ist für alle Lebensmittelunternehmen wichtig, insbesondere für diejenigen, die Handelsmarkenprodukte herstellen, da er in der Tat viele Anforderungen an die Einhaltung von Spezifikationen enthält. Er wertet die Produktions- und Vermarktungsanstrengungen auf, die für die Sicherheit und Qualität der Marken unternommen werden.”*.
Pouliquen ist seit 2019 nach IFS Food zertifiziert.
Die Erlangung dieser Zertifizierung wurde durch die Einführung eines anspruchsvollen und effektiven Qualitätssystems ermöglicht. Die Fähigkeit unseres Unternehmens, das Qualitätsniveau seit der ersten Zertifizierung im Jahr 2019 aufrechtzuerhalten, beweist unseren Kunden unser Engagement und unsere Ernsthaftigkeit in Bezug auf die Produktqualität und die Lebensmittelsicherheit.
Entwicklung der “Food Safety Culture” bei Pouliquen
Das ganze Jahr über tauscht sich Loïc außerdem regelmäßig und individuell mit jedem Mitarbeiter aus, um sicherzustellen, dass alle Teammitglieder weiterhin engagiert sind, und um eventuelle Fragen zu beantworten.
IFS Food V7, die sechs Bereiche des betroffenen Unternehmens*.
– Unternehmensführung und Engagement: Prüfung des Engagements der Unternehmensführung zur Unterstützung der Nachhaltigkeit der Food Safety Culture und der Qualitätssicherungspolitik.
– Managementsystem für Lebensmittelsicherheit und Qualität: erforderlich, um die gesetzlichen und lebensmittelsicherheitsrelevanten Anforderungen sowie die Kundenspezifikationen zu erfüllen.
– Ressourcenmanagement: Verwaltung der Humanressourcen, der Arbeitsbedingungen, der Hygiene und der sanitären Einrichtungen, um die Produktsicherheit zu gewährleisten.
– Betriebliche Verfahren: Herstellung von sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten gemäß den Kundenspezifikationen.
– Messungen, Analysen und Verbesserungen: Inspektionen, Validierung von Prozessen und Verwaltung von Beschwerden und Korrekturmaßnahmen.
– Foodfence-Plan: Schutz der Integrität des Unternehmens und der hergestellten Produkte.In diesem Jahr erhielt Pouliquen von den 241 Anforderungen, die für die Erneuerung des IFS Food v7 überprüft wurden, für 236 ein A, was einer Punktzahl von 94,57 % entspricht. Das nächste Audit zur Erneuerung des IFS Food wird im ersten Quartal 2023 stattfinden. Bis dahin werden alle unsere Mitarbeiter, angeleitet von unserer Qualitätsabteilung, ihre Bemühungen fortsetzen, um die Qualität und Rückverfolgbarkeit aller unserer Produkte zu gewährleisten.Quelle: www.ifs-certification.com
Dass alle Gemüsesorten aus Samen, Zwiebeln und Setzlingen hervorgehen, das weiß jeder. Aber wissen Sie auch, wo und wie diese von unseren Prince de Bretagne-Partnererzeugern verwendet werden? Um diese Fragen zu beantworten, trafen wir uns mit David Esnault, Entwicklungs- und Verkaufsleiter bei der OBS (Organisation Bretonne de Sélection), die in der Gemeinde Plougoulm (Finistere), nur wenige Kilometer vom Sitz von Pouliquen entfernt, angesiedelt ist.
Warum wurde die Organisation Bretonne de Sélection (OBS) gegründet?
Die OBS wurde 1970 auf Initiative der Erzeuger der bretonischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Sica Saint-Pol-de-Léon, La Bretonne, Les Maraîchers d’Armor und Terre de Saint Malo gegründet, um Zugang zu einer Genetik zu erhalten, die ihren spezifischen Bedürfnissen, ihrem einzigartigen Terroir, den gesellschaftlichen Trends und ihrem Markt gerecht wird. Die OBS wird auch heute noch von den Erzeugern geleitet. Sie profitiert von einer perfekten Kenntnis der Anliegen vor Ort und trägt zur Entwicklung der 1871 Betriebe bei, die im Cerafel (Prince de Bretagne) zusammengeschlossen sind.
Wie ist die OBS organisiert?
Die OBS hat zwei Haupttätigkeiten: die Sortenauswahl sowie die Produktion von zertifiziertem Pflanz- und Saatgut.
Die OBS züchtet Sorten und produziert Saatgut je nach den strategischen Ausrichtungen der Erzeuger. Damit sichert sie ihnen genetische Unabhängigkeit.
Während sich die Forschungstätigkeit Anfang der 1970er Jahre auf Blumenkohl konzentrierte, arbeitet die OBS heute auch an Romanesco, Artischocken, den Coco-Bohnen aus Paimpol, Schalotten, Roscoff-Zwiebeln, Knollenziest, Knollenkerbel, Purpurkarotten, Hokkaido-Kürbissen sowie an Baumschulpflanzen wie Agapanthus.
Von der Forschung bis zur Vermarktung des Saatguts hat sich die OBS dafür entschieden, alle diese Etappen intern zu beherrschen, um die Versorgung mit Saat- und Pflanzgut im bestmöglichen Kostenverhältnis zu sichern.
Über welche Mittel verfügt die OBS?
Die OBS verfügt über ein Team von 35 Vollzeitbeschäftigten, darunter ein Phytopathologe, Forscher und Züchter. Das OBS-Team arbeitet auf 8 Hektar überdachter Fläche und 30 Hektar im Freiland. Die Organisation verfügt außerdem über ein Labor für In-vitro-Anbau, eine Saatgutaufbereitungsanlage und einen Bestand von 150 Bienenstöcken. Die OBS ist für die Produktion von biologischem Saatgut zertifiziert.
Welchen Herausforderungen begegnet die Arbeit der OBS?
Die Entwicklung neuer Gemüsesorten ist sowohl eine wirtschaftliche als auch eine ökologische Herausforderung. Ökonomisch, weil der Fortbestand der Erzeugertätigkeit und damit der bretonischen Gemüsebranche insgesamt davon abhängt, dass sie regelmäßig ausreichende Gemüsemengen von hoher Qualität erzeugen können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Ökologisch, da die Gemüseerzeuger heute mit ökologischen Herausforderungen konfrontiert sind, die Änderungen mit sich bringen. Sie müssen ihre Auswirkungen auf die Umwelt verringern, sich auf die sich ändernde Gesetzgebung (schrittweises Verbot zahlreicher Pflanzenschutzmittel) einstellen und sich an den Klimawandel anpassen. Die Wetterextreme sind heute viel stärker ausgeprägt als früher. Es kann z. B. sehr lange Perioden ohne Niederschlag geben und dann wieder viel Regen. Es kann auch spät in der Saison nochmal kalt werden. In der Region kommt es auch zu extremen Hitzephasen… Das sind große Herausforderungen für die Landwirte.
Wie sieht der Produktionszyklus einer neuen Gemüsesorte aus?
Die Sortenentwicklung ist eine sehr langfristige Arbeit. Von der Erstellung des Lastenhefts bis zur Zertifizierung der ersten Setzlinge vergehen 10 bis 15 Jahre. Sobald das Lastenheft erstellt und die Ziele definiert sind, z. B. eine Schalottensorte zu schaffen, die gegen den Falschen Mehltau (ein Pilz – Anm. d. Red.) resistent ist, beginnt die OBS mit der genetischen Arbeit, indem die ausgewählten Sorten von Hand gekreuzt werden. Diese Phase dauert sechs bis acht Jahre. Danach beginnt der Kreationszyklus, der sechs Jahre Arbeit erfordert. Anschließend dauert es weitere drei Jahre für die Vermehrungsarbeit, bevor die neue Sorte den Erzeugern angeboten werden kann. Die OBS muss also in der Lage sein, Veränderungen, sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf die Gesellschaft, sowie die Entwicklung der landwirtschaftlichen Praktiken zu antizipieren. Wir müssen sicherstellen, dass die Sorte, die 10 oder 15 Jahre später angeboten wird, immer noch dem tatsächlichen Bedarf der Erzeuger entspricht.
Wie stellen Sie sicher, dass die neu gezüchtete Sorte von Interesse ist, bevor sie auf den Markt kommt?
Wir bauen für jede Arbeit an einer neuen Sorte ein Netzwerk von Erzeugern auf, die für die Region repräsentativ sind und bringen darin Bio- und konventionelle Erzeuger mit unterschiedlichen Boden- und Klimabedingungen und landwirtschaftlichen Praktiken zusammen. Wir haben also ein direktes und kontinuierliches Feedback von Erzeugern mit ganz unterschiedlichen Profilen und Erwartungen.
Können Sie uns zum Abschluss dieses Interviews Ihre Rolle bei der OBS erläutern?
Ich bin verantwortlich für die Entwicklung und den Verkauf. Ich betreue das Erzeugernetzwerk und stelle die Verbindung zu den verschiedenen Versuchsstationen von Prince de Bretagne, dem CATÉ (konventionell) und Terre d’essai (Bio), den Genossenschaften, den Erzeugern sowie unseren Kunden her.
Außerdem bin ich für die Produktion von zertifiziertem Pflanzgut zuständig, insbesondere für die Lauchgattungen (Allium), Zwiebeln und Schalotten. In diesem Rahmen setze ich die Verträge mit den Vermehrungserzeugern um. Ich lege die Ziele, die zu vermehrenden Sorten, die Vertragsdauer usw. fest. Auch hier betreue ich das Netzwerk und stelle sicher, dass das Pflanzgut den Zertifizierungsanforderungen entspricht. Es ist ein sehr abwechslungsreicher, technischer und spannender Beruf!
Im vergangenen August wurde im Norden des Finistère (29) auf Initiative von Erzeugern und Händlern dieses Lauchs das Kollektiv der traditionellen Schalotten gegründet. Das Ziel: die regionale Branche zu vereinen und die Anerkennung der traditionellen Schalotte als außergewöhnliches Produkt zu erlangen, indem sie das rote Etikett „Label rouge“ sowie eine ggA (geschützte geografische Angabe) „Traditionelle Schalotte der Bretagne“ erhält. Dieser Gruppe haben sich bereits mehr als 100 regionale Akteure angeschlossen, darunter auch Pouliquen.
Zusammenschluss der lokalen und regionalen Akteure
Das Kollektiv der traditionellen Schalotten, das unter dem Status eines Vereins gegründet wurde, hat in erster Linie das Ziel, die Branche zu vereinen und den Erhalt bzw. die Entwicklung dieser Kultur in der Bretagne zu ermöglichen. So gehen die Mitglieder des Kollektivs zusammen mit der Angestellten des Vereins, der Agraringenieurin Camille Le Monnier, auf die Akteure der Branche, Erzeuger, Vermehrer und Händler, Bio- und konventionelle Erzeuger, zu, um das Projekt bekannt zu machen. Es werden regelmäßig Workshops und Konzertierungssitzungen organisiert, damit die Kette kollektiv von allen betroffenen Akteuren aufgebaut wird.
IGP und Label Rouge
Das Kollektiv der traditionellen Schalotten strebt zwei Anerkennungsebenen an: das Label Rouge und die IGP (Indication Géographique Protégée, geschützte geografische Angabe).
Das Label Rouge ist ein nationales Zeichen, das es dem Verbraucher ermöglicht, Produkte zu identifizieren, die im Vergleich zu ähnlichen Produkten von einem höheren Qualitätsniveau profitieren. Hier kann der Vergleich der traditionellen Schalotte insbesondere mit der Sämlingsschalotte vorgenommen werden. Das Logo Label rouge, das den Franzosen weitgehend bekannt ist, wird eine schnelle Identifizierung der mit dem Siegel ausgezeichneten Produkte ermöglichen.
Die geschützte geografische Angabe (IGP) hingegen “identifiziert ein landwirtschaftliches Roh- oder Verarbeitungserzeugnis, dessen Qualität, Ansehen oder sonstige Eigenschaften mit seinem geografischen Ursprung zusammenhängen. Diese Angabe ist mit einem Know-how verbunden. Sie wird nicht geschaffen, sondern verankert eine bestehende Produktion und verleiht ihr daher einen Schutz auf nationaler, aber auch auf internationaler Ebene.” Die g.g.A. ist daher besonders für Akteure interessant, die wie Pouliquen international tätig sind.
Um diese offiziellen Zertifizierungen zu erhalten, muss die traditionelle Schalotte aus der Bretagne ein strenges Lastenheft erfüllen, das zuvor von den Zertifizierungsstellen bestätigt wurde. Die Ausarbeitung des Letzteren ist noch im Gange.
Abgrenzung von Schalotten aus der Aussaat
Pouliquen entschied sich dafür, ausschließlich traditionelle Schalotten anzubieten, da diese geschmacklich überzeugen und der Anbau von der Pflanzung über das Roden bis hin zur Verpackung vollständig von Hand erfolgt. Dieses Allium profitiert von einer festen, glänzenden und trockenen Textur. Er ist auch an der Markierung an seiner Basis erkennbar, die eine Narbenform darstellt, die auf seine Produktionsweise zurückzuführen ist. Sie besteht aus mehreren Zwiebeln und hat eine Reihe von kreisförmigen “Häuten”, die sich beim Schneiden auflösen. Wenn sie auf dem Teller landet, bietet sie einen leicht süßlichen Geschmack.
Das Beispiel der Zwiebel aus Roscoff
Die Bretonen versuchen sich nicht zum ersten Mal an der Kennzeichnung von Gemüse. So erhielt die Zwiebel aus Roscoff 2009 ihre AOC (Appellation d’Origine Contrôlée, kontrollierte Herkunftsbezeichnung) und 2013 ihre AOP (Appellation d’Origine Protégée, geschützte Herkunftsbezeichnung).
Nach Erhalt dieser Anerkennungen wurde der Anbau dieses kleinen runden Gemüses stark ausgeweitet, wodurch der Schutz der Sorte sowie die verfügbaren Mengen sichergestellt wurden. Die Zahl der Erzeuger von Roscoff-Zwiebeln stieg von 55 auf 90, die vermarktete Menge verneunfachte sich bei einer Verdreifachung der Anbaufläche.
Man wünscht der traditionellen Schalotte aus der Bretagne den gleichen Erfolg. Fortsetzung folgt.
Wir setzen die Vorstellung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fort. Dieses Mal ist es Stéphanie Della Schiava, die sich Ihnen vorstellt. Sie ist für den Verkauf von Frischgemüse in Südeuropa zuständig und gehört seit 2005 zum Verkaufsteam von Pouliquen. Sie kennen Sie bereits durch den gewohnten Umgang mit ihr? Erfahren Sie mehr über ihren Werdegang und ihre Aufgaben im Unternehmen Pouliquen.
Mit 1,76 m, sportlichem Auftreten und strahlenden Augen wird Stéphanie von ihren Kollegen als dynamisch, verfügbar und reaktionsschnell beschrieben. In den Büros hört man sie (laut) auf Italienisch und Spanisch sprechen. Und das aus gutem Grund: Seit sie vor 16 Jahren bei Pouliquen angefangen hat, ist sie für die Geschäftsentwicklung des Unternehmens in Südeuropa zuständig.
In Italien verliebt
Wenn Stéphanie von Italien erzählt, leuchten ihre Augen und ihre Worte überschlagen sich. Wie kann man zum Ausdruck bringen, was sie für dieses Land empfindet? „Es ist ein extrem lebendiges Land, sehr dynamisch. Es ist ein bisschen klischeehaft, das zu sagen, aber Italienisch ist eine sehr herzliche Sprache. In der Obst- und Gemüsebranche duzen sich alle, aber mit Italien ist das noch wichtiger. Und wenn man hinfährt, kommen noch die Atmosphäre und die Lebensweise hinzu. Die Italiener nehmen sich Zeit zum Leben. Es ist nichts Bestimmtes, das mich in Italien anzieht, sondern es ist das Ganze. Ich fühle mich dort einfach richtig wohl. Alles ist angenehm und… Man kann dort sehr gut essen (lacht)”.
Und wie sieht es aus mit ihrem Namen: Della Schiava, das klingt italienisch… Den hat sie von ihrem Urgroßvater. Allerdings wuchs Stéphanie in Nordfrankreich auf, ohne direkte Verbindung zu Italien. Erst für einen Erasmus-Aufenthalt reiste sie zum ersten Mal dorthin und verliebte sich dabei in das Land.
(Fast) 17 Jahre als Vertriebsmitarbeiterin bei Pouliquen
2005 stieß Stéphanie im Rahmen eines Praktikums für ihren Masterstudiengang Langues et Commerce zum ersten Mal die Tür zum Unternehmen Pouliquen auf. Was sie dorthin geführt hat? Italien! Stéphanie suchte nämlich nach einem Praktikum in einem Unternehmen, das über einen Handelsstrom mit diesem Land verfügte. Die Erfahrung und die Atmosphäre in unserem Unternehmen gefielen ihr. Sie blieb. Heute kümmert sich Stéphanie hauptsächlich um diejenigen r Kunden, die im Mittelmeerraum ansässig sind.
Frischgemüse und Schalotten, vom Verkauf bis zur Kundenbetreuung
Wie für alle unsere Vertriebsmitarbeiter besteht auch für Stéphanie die Hauptaufgabe darin, jeden Morgen das bei der Versteigerung eingekaufte Frischgemüse sowie die von Pouliquen abgepackten Schalotten zu verkaufen. Akquise, Marktentwicklung, eine gute Ausgewogenheit zwischen den Bedürfnissen der Kunden und ihrer Beteiligung an der Produktion zu finden, sind ihre täglichen Aufgaben.
Am Nachmittag kümmert sich Stéphanie um die administrativen Abläufe, die sich aus den am Vormittag getätigten Verkäufen ergeben: Dokumentenverwaltung, Logistik, Vorbereitung bis hin zur Nachverfolgung und der Bezahlung der Verkäufe. Sie führt diese Nebenaufgaben in direkter Verbindung mit den Verantwortlichen der anderen Abteilungen von Pouliquen (Qualität, Logistik, Buchhaltung…) aus. Diese zweite Tageshälfte ist auch die Zeit, in der die Informationen mit den anderen Vertriebsmitarbeitern abgeglichen werden können, um Markttrends zu ermitteln.
Der Handel mit Frischgemüse, eine attraktive Branche
Wenn man Stéphanie fragt, was sie an ihrer Rolle als Frischgemüsehändlerin besonders schätzt, antwortet sie: “Kein Tag ähnelt dem anderen. Man könnte vielleicht meinen, dass sich ein Trend abzeichnet, weil gerade Blumenkohlsaison ist, und dann läuft es doch ganz anders, als man sich das vorgestellt hat. Wir arbeiten mit lebendiger Materie. Innerhalb eines Gemüses gibt es viele verschiedene Sorten. Je nach Wetterlage müssen wir manchmal auch ein Anbaugebiet einem anderen vorziehen und uns spontan anpassen. Ein paar Dutzend Kilometer Abweichung in der Lage können in der Bretagne genau den Unterschied ausmachen! Es gibt nichts Geradliniges und Vorbestimmtes.”
Nichts eintönig Lineares also, immer in Bewegung, das passt gut zu Stéphanies Profil. Wenn Sie sie noch nicht kennen, können Sie sie auf der nächsten Fruit Logistica in Berlin vom 5. bis 7. April kennenlernen. Sie wird Sie an unserem Stand begrüßen, auf Französisch, Englisch, Spanisch und natürlich… auf Italienisch!